Lecithin
Lecithin Granules Non-GMO
Lecithin
Lecithin (auch bekannt als Alpha-Phosphatidylcholin) ist ein natürlicher Nährstoff, der in Lebensmitteln vorkommt und auch als Nahrungsergänzungsmittel verkauft wird. Lecithin ist keine einzelne Substanz, sondern eine Gruppe von Chemikalien, die zu Verbindungen gehören, die Phospholipide genannt werden. Phospholipide, eine Fettart, die zur Aufrechterhaltung der Zellintegrität beiträgt, sind für das normale Funktionieren von Gehirn, Nerven, Leber und anderen lebenswichtigen Organen unerlässlich.1
Lecithin ist in grünem Gemüse, rotem Fleisch und Eiern enthalten. Kommerzielle Präparate werden häufig aus Sojabohnen, Eigelb oder tierischen Produkten hergestellt. Lecithin wird nicht nur als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, sondern auch bei der Herstellung von Augentropfen, Feuchtigkeitscremes für die Haut und als Emulgator in Lebensmitteln verwendet (Mittel, die verhindern, dass sich Zutaten trennen).
Als Nahrungsergänzungsmittel soll Lecithin den Cholesterinspiegel senken und bestimmte neurologische und entzündliche Erkrankungen behandeln. Es ist jedoch von der US Food and Drug Administration (FDA) für keinen dieser Zwecke zugelassen.
Vorteile von Lecithin
Bei der Einnahme wird Lecithin in eine Substanz namens Cholin aufgespalten, die der Körper zum Transport von Fetten, zur Regulierung des Stoffwechsels, zur Aufrechterhaltung der strukturellen Integrität der Zellen und zur Erleichterung von Nervenübertragungen (durch die Synthese des Neurotransmitters Acetylcholin) verwendet. Cholin wird vom Körper nicht ohne Weiteres selbst hergestellt; der größte Teil wird über die Nahrung aufgenommen.
Lecithin wird für seine Vorteile bei der Behandlung zahlreicher Gesundheitszustände angepriesen und soll folgende Eigenschaften haben
- Verbessert das Schlafverhalten
- Verbessert die sportliche Leistung
- Hilft bei Stress und Ängsten
- Senkung des Cholesterinspiegels
- Verringerung der Entzündung
- Verbessert die Leberfunktion
- Verhinderung des Verlusts kognitiver Funktionen und des Ausbruchs einer Demenzerkrankung
Hoher Cholesterinspiegel
In einer 2010 in der Fachzeitschrift Cholesterol veröffentlichten Studie wurde berichtet, dass Sojalecithin, das täglich in einer Menge von 500 Milligramm (mg) als Nahrungsergänzungsmittel verabreicht wurde, nach zwei Monaten den Gesamtcholesterinspiegel um 42 und den Spiegel des "schlechten" LDL-Cholesterins um 56,15 senkte. Dies deutet darauf hin, dass Lecithin eine wirksame Zusatzbehandlung für Hypercholesterinämie (hoher Cholesterinspiegel) sein kann.
Allerdings spielt Lecithin auch eine Rolle bei der Entstehung von Atherosklerose (Arterienverkalkung), und einige Studien deuten darauf hin, dass eine übermäßige Zufuhr das kardiovaskuläre Risiko erhöhen kann. Weitere Forschung ist erforderlich.
Colitis ulcerosa
Colitis ulcerosa ist eine entzündliche Darmerkrankung, die mit einem niedrigen Gehalt an Phosphatidylcholin, einem chemischen Stoff in Lecithin, in Verbindung gebracht wird. Phosphatidylcholin, ein Bestandteil des Schleims im Verdauungstrakt, trägt dazu bei, den Dickdarm vor Entzündungen und bakterieller Infiltration im Stuhl zu schützen.
In einer 2010 in der Zeitschrift Digestive Diseases veröffentlichten Studie wurde berichtet, dass Lecithinpräparate die Darmentzündung bei Menschen mit Colitis ulcerosa im Vergleich zu den mit einem Placebo behandelten Personen um 50 % reduzieren. Die Ergebnisse wurden jedoch durch die geringe Größe der Studie (18 Erwachsene) eingeschränkt. Andere Studien haben diese Vorteile nicht festgestellt.
Mastitis
Mastitis, die Entzündung des Brustgewebes, ist eine häufige Beschwerde bei stillenden Müttern. Studien zufolge kann Lecithin dazu beitragen, verstopfte Milchkanäle zu verhindern, die zu Mastitis führen. Lecithin scheint die Viskosität der Muttermilch zu verringern und gilt allgemein als sicher für den menschlichen Verzehr.
Dennoch ist Lecithin bei Frauen mit Mastitis noch nicht ausreichend erforscht und sollte nicht ohne vorherige Rücksprache mit einem Gynäkologen oder einer anderen qualifizierten medizinischen Fachkraft verwendet werden.
Alzheimer-Krankheit
Aus Lecithin gewonnenes Cholin soll die kognitiven Funktionen von Menschen mit Alzheimer und anderen Demenzformen (einschließlich Parkinson-Demenz) verbessern.
Als Vorläufer des Neurotransmitters Acetylcholin kann Lecithin dazu beitragen, die Nervenübertragungen im Gehirn zu verbessern und die Symptome dieser fortschreitenden und oft verheerenden neurologischen Störungen zu lindern. Bislang gibt es keine Ergebnisse, die diese Vorteile belegen.
Es gibt derzeit keine Beweise dafür, dass die zusätzliche Einnahme von Lecithin das Fortschreiten der Demenz bei Menschen mit Alzheimer oder anderen neurologischen Störungen verlangsamen oder umkehren kann.
Einige Tierstudien deuten jedoch darauf hin, dass Lecithin eine neuroprotektive Wirkung haben könnte, indem es die Degeneration von Gliazellen, die das Hirngewebe schützen und stabilisieren, verlangsamt und damit das Demenzrisiko verringert. Weitere Forschung ist erforderlich.